Home › Forums › PNG Vendor › Wenn ein dicker Ast fallen soll, retten drei Schnitte die Rinde

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    gustighe911977
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    Der häufigste Fehler ist der Schnitt zur falschen Zeit. Ein Rückschnitt im Herbst oder im tiefen Winter schadet mehr, als er nützt. Die Rose hat dann keine Zeit, Wunden zu schließen, und die Schnittstellen werden zur Eintrittspforte für Pilze. Ein zweiter typischer Fehler ist der zu radikale Schnitt. Wer alle Triebe auf wenige Zentimeter zurücknimmt, bekommt zwar viel Laub, aber kaum Blüten. Bei Beet- und Edelrosen kürzt man die kräftigen Triebe auf etwa drei bis fünf Augen ein, bei Strauchrosen deutlich weniger. Kletterrosen werden nur ausgelichtet, nicht auf den Stock gesetzt.

    Eine stumpfe Gartenschere hinterlässt keine sauberen Schnitte, sondern Quetschwunden. Das Gewebe wird nicht durchtrennt, sondern eingedrückt und aufgerissen. Die Folge: Triebe sterben zurück, Pilze und Bakterien dringen über die offene Wunde ein, und der Strauch treibt ungleichmäßig aus. Wer regelmäßig schneidet, merkt das schnell am Widerstand: Statt durch das Holz zu gleiten, muss man drücken und reißen. Spätestens dann ist Nachschärfen fällig, nicht erst, wenn die Klinge sichtbar Scharten hat.

    Typische Fehler sind der zu lange Stummel, der bündige Schnitt und die stumpfe Säge. Ebenso problematisch ist ein Schnitt mit der Astschere an dickeren Ästen, weil dabei die Wulst gequetscht wird. Wer einen starken Ast in einem Zug von oben durchtrennt, riskiert ein Ausreißen der Rinde bis in den Stamm. Der zweite, versetzte Schnitt bleibt deshalb Pflicht. Bei sehr dicken Ästen arbeitet man sich in mehreren Schritten von außen nach innen vor, bis der Stummel am Wulstring sauber abgetragen werden kann.

    Nach dem Schnitt ist Wundverschlussmittel in den meisten Fällen überflüssig. Ein sauberer Astring-Schnitt am richtigen Ort verheilt ohne Anstrich schneller als jede abgedeckte Wunde. Farbe oder Paste kann Feuchtigkeit einschließen und Fäulnis begünstigen. Wichtiger ist der Zeitpunkt: Der Schnitt erfolgt am besten im späten Winter oder zeitigen Frühjahr, bevor der Austrieb beginnt. Dann ist der Baum im vollen Saftfluss und kann die Wunde zügig überwallen. Bei starkem Frost oder während der Blüte sollte man nicht schneiden.

    Die Wulst lässt sich gut erkennen, wenn man den Astansatz von der Seite betrachtet. Bei glattrindigen Gehölzen ist der Wulstring als deutliche Verdickung sichtbar. Bei Bäumen mit rauer oder rissiger Rinde hilft es, den Ast leicht zu bewegen: Die Stelle, an der sich die Rinde nicht mehr mitbewegt, markiert den Übergang. Ein Blick auf die Unterseite des Astes lohnt sich ebenfalls, denn dort ist die Wulst oft stärker ausgeprägt als oben.

    Begonnen wird mit dem Entlastungsschnitt. Er sitzt etwa eine Handbreit vom Stamm entfernt auf der Unterseite des Astes. Die Säge wird von unten angesetzt und nur so tief geführt, bis der Schnitt etwa ein Viertel bis ein Drittel des Astdurchmessers erreicht. Dieser Schnitt verhindert später, dass die Rinde beim Fallen des Astes am Stamm entlang aufreißt, denn der Bruch stoppt an dieser Kerbe.

    Warum der Stummel und der bündige Schnitt beide falsch sind Ein zu langer Stummel ist kein Schutz, sondern ein Problem. Er trocknet aus, stirbt ab und wird zum Eintrittspunkt für Pilze. Das Holz im Stummel kann die Wunde nicht mehr versorgen, und die Überwallung kommt nicht in Gang. Umgekehrt schneidet der bündige Schnitt direkt am Stamm die Astwulst komplett weg. Zurück bleibt eine große, offene Fläche am Stamm, die der Baum nur langsam und mit erhöhtem Risiko schließt. Zwischen beiden Extremen liegt der Astring-Schnitt: knapp außerhalb der Wulst, ohne sie zu beschädigen.

    Die häufigsten Gartenhortensien – Bauernhortensien, Tellerhortensien und Eichenblatthortensien – blühen am alten Holz. Ihre Knospen sitzen unsichtbar an den Trieben des Vorjahres. Ein Rückschnitt im Frühjahr entfernt genau diese Knospen. Die Pflanze treibt zwar kräftig aus, bildet aber kaum Blüten. Bei diesen Sorten ist der richtige Zeitpunkt direkt nach der Blüte im Spätsommer. Dann werden nur die verblühten Blütenstände und schwache Triebe entfernt. Ein starker Rückschnitt auf wenige Augen ist ein typischer Fehler und kostet die nächste Blüte.

    Der Astring-Schnitt verläuft außen am Wulstring, ohne ihn zu verletzen. Man setzt die Säge von unten an, etwa einen Zentimeter vor der Wulst, und sägt zunächst eine Kerbe. Der zweite Schnitt erfolgt von oben, leicht versetzt hinter dem ersten, bis der Ast fällt. Dieser zweite Schnitt verhindert, dass die Rinde beim Abbrechen in den Stamm reißt. Erst danach wird der verbliebene Stummel am Wulstring abgetragen, mit ruhigem Zug und ohne Hebelbewegung. Ein sauberer Schnitt mit scharfer Säge hinterlässt eine glatte Fläche; gequetschtes Gewebe heilt deutlich langsamer.

    Jetzt bleibt der kurze Stummel am Stamm stehen. Dieser Stummel wird im dritten Schnitt entfernt, und zwar von außen nach innen. Der Schnitt beginnt an der Unterseite des Stummels, nahe der Asthalsfalte, und wird in einem Zug nach oben geführt, bis die Säge den Stamm erreicht. Wichtig ist, den Stummel nicht bündig mit der Stammoberfläche abzuschneiden, sondern die natürliche Verdickung am Astansatz zu erhalten. Diese Verdickung, der Astring, enthält das Abschottungsgewebe, mit dem der Baum die Wunde verschließt.

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