Home › Forums › PNG Vendor › 5 Regeln für den Schnitt von einmal und zweimal tragenden Himbeeren

Tagged: 

Viewing 1 post (of 1 total)
  • Author
    Posts
  • #39530
    staceyrichart
    Participant

    Wann das Bluten harmlos bleibt und wann nicht Harmlos ist es, solange der Saft klar ist, nicht fault und die Wunde nicht großflächig aufreißt. Ein leichter Austritt an dünnen Trieben oder frischen Schnitten schadet dem Rebstock nicht. Kritisch wird es, wenn der austretende Saft trüb, schleimig oder übelriechend ist. Dann können Bakterien oder Pilze in die Wunde eingedrungen sein. Ebenso problematisch: Wenn das Bluten nach dem Austrieb der Knospen noch massiv anhält, verliert die Rebe unnötig Energie und Nährstoffe. In solchen Fällen sollte man die Pflanze genauer kontrollieren.

    Der Druck entsteht, weil der Boden sich erwärmt und die Wurzeln aktiver werden. Gleichzeitig sind die Leitungsbahnen im Holz durch die Kälte noch nicht vollständig durchgängig. Die Folge: An jeder Schnittstelle bildet sich ein Tropfen, der irgendwann abfällt. Bei starkem Wurzeldruck kann das über Tage oder sogar Wochen anhalten. Wichtig zu wissen: Das Bluten ist kein Zeichen von Krankheit, sondern ein normaler physiologischer Vorgang.

    Die Klinge wird nur auf der Fase geschliffen, also auf der abgeschrägten Seite. Der originale Winkel liegt meist zwischen 20 und 25 Grad. Diesen Winkel hältst du beim Feilen konstant, indem du die Feile flach auf die Fase legst und in eine Richtung ziehst, nicht hin und her sägst. Zwei bis drei Züge pro Seite genügen bei leichter Stumpfheit. Zu viel Materialabtrag macht die Klinge dünn und instabil. Die flache Rückseite der Klinge wird nur abgezogen, um den Grat zu entfernen; dort darf kein neuer Winkel entstehen. Ein Grat auf der Rückseite ist die häufigste Ursache dafür, dass eine frisch geschärfte Schere sofort wieder klemmt.

    Nach dem Schnitt sollte man die Rosen nicht sofort stark düngen. Ein zu früher, kräftiger Düngergaben treibt weiches Gewebe, das bei Nachtfrost erfriert. Besser ist es, den Austrieb abzuwarten und erst dann organisch nachzudüngen. Wer die Forsythienblüte als Signal nutzt und den Schnitt innerhalb von zwei bis drei Wochen danach erledigt, trifft den Zeitpunkt, an dem die Rose am besten reagiert. Zu spät geschnitten – wenn die Rose schon kräftig austreibt – kostet ebenfalls Blüten, weil die Pflanze Kraft in Triebe steckt, die man kurz darauf wieder entfernt.

    Typische Fehler sind das Ziehen im Ganzen, das Arbeiten bei praller Sonne auf heißem Putz und das Überspringen der Einweichphase. Auch zu viel Wasser auf einmal ist kontraproduktiv, weil es in tiefe Risse läuft und dort Frostschäden begünstigt. Wer unsicher ist, testet zuerst an einer unauffälligen Stelle. So zeigt sich schnell, wie fest die Haftwurzeln sitzen und wie empfindlich die Oberfläche reagiert.

    Der richtige Zeitpunkt für den Schnitt ist entscheidend. Einmal tragende Sorten werden direkt nach der sommerlichen Ernte geschnitten, meist im Juli oder August. Zweimal tragende Sorten schneidet man entweder im Spätherbst nach der Herbsternte oder im zeitigen Frühjahr, bevor der Neuaustrieb beginnt. Ein Schnitt im Winter bei Frost ist zu vermeiden, weil die Wunden dann schlecht verheilen. Nach dem Schnitt empfiehlt es sich, die Rutenreste aus dem Beet zu entfernen, um Pilzsporen keine Angriffsfläche zu bieten. Wer diese Regeln beachtet, erhält über Jahre hinweg gleichbleibend hohe Erträge – unabhängig davon, welchen Typ Himbeere im Garten steht.

    Himbeeren tragen entweder einmal oder zweimal pro Jahr Früchte, und dieser Unterschied entscheidet über den richtigen Schnitt. Wer beide Typen gleich behandelt, verliert entweder die Herbsternte oder schwächt die Pflanzen über Jahre hinweg. Die Sortengruppe steht meist auf dem Etikett beim Kauf – wer sie nicht kennt, kann sie am Wuchsverhalten erkennen: Einmal tragende Sorten bilden lange Ruten, die im zweiten Jahr fruchten und danach absterben. Zweimal tragende Sorten, oft als Herbsthimbeeren bezeichnet, bringen im ersten Jahr eine Ernte an der Rutenspitze und im Folgejahr eine weitere an der Basis.

    Am Ende bleibt eine Merkregel, die sich an der Physik des Materials orientiert: Totholz verlangt eine Schneide, die trennt, nicht eine, die drückt. Die Säge trennt, die Schere drückt. Deshalb muss die Säge schärfer sein als die Schere – und beide müssen regelmäßig kontrolliert werden, bevor der erste Schnitt gesetzt wird, nicht danach.

    Wer das Bluten begrenzen will, kann den Schnittzeitpunkt anpassen. Solange die Rebe noch vollständig in Winterruhe ist und keine starken Fröste drohen, sind Schnitte unproblematisch. Wer erst kurz vor dem Austrieb schneidet, riskiert stärkeres Bluten. Das ist jedoch selten ein Grund zur Sorge. Ein bewährter Trick: Schneiden Sie nicht bei Sonnenschein und milden Temperaturen, sondern an einem kühleren, bedeckten Tag. Dann startet der Wurzeldruck langsamer.

    Mit Feuchtigkeit und Geduld statt mit Kraft Der wirksamste Ansatz ist Einweichen. Ein vertrockneter Trieb wird mit warmem Wasser großzügig besprüht oder mit einem nassen Tuch umwickelt. Nach zehn bis fünfzehn Minuten Einwirkzeit weichen die Haftwurzeln auf und lösen sich leichter. Dann arbeitet man abschnittsweise von oben nach unten. Ein Kunststoffschaber, eine alte Spachtel oder ein stumpfes Messer schiebt die Wurzelreste vorsichtig unter die Haftscheiben, ohne in den Putz zu schneiden. Wer mit einem scharfen Werkzeug zu tief ansetzt, beschädigt die Wand dauerhaft.

Viewing 1 post (of 1 total)
  • You must be logged in to reply to this topic.