Home › Forums › PNG Vendor › 4 Fehler beim Schnitt von Himbeeren, die die Ernte kosten

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    hansperkin6161
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    Eine Schere ist nicht grundsätzlich ungeeignet. Bei dünnen, trockenen Zweigen bis etwa fingerdick kann eine scharf geschliffene Bypass-Schere sauber arbeiten, weil der Gegendruck gering bleibt. Der Fehler beginnt dort, wo das Holz dicker wird oder eine Astgabel eine verdrehte Faser aufweist. Dann hebelt die Schere das Holz auseinander, statt es zu trennen. Die typische Folge sind Quetschungen am verbleibenden Ast, von denen aus Pilze und Wasser eindringen. Bei Totholz kommt hinzu, dass die Rinde oft schon abgelöst ist. Die Schere fasst dann nur die freiliegende Holzfläche, rutscht ab und verletzt die danebenliegende Rinde. Spätestens bei einem Durchmesser von mehr als zwei Zentimetern gehört die Schere weg.

    Zuerst werden die beiden Endpunkte der Hecke festgelegt. An jeder Seite schlägt man einen Stab senkrecht in den Boden, möglichst aus hartem Holz und mindestens so lang, dass er die gewünschte Endhöhe der Hecke deutlich überragt. Die Stäbe dürfen nicht wackeln; lockere Stäbe verziehen die Schnur und damit die gesamte Kante. Steht der Boden weich, treibt man die Stäbe mit einem Gummihammer tiefer, bis sie sich nicht mehr bewegen. Anschließend wird die Schnur zwischen beiden Stäben gespannt, und zwar auf genau der Höhe, die die Hecke später haben soll.

    Himbeeren tragen entweder einmal oder zweimal pro Jahr. Diese Eigenschaft entscheidet, wann und wie stark geschnitten wird. Wer beiden Gruppen gleich behandelt, verliert entweder die Herbst- oder die Sommerernte. Die Unterscheidung ist keine Geschmacksfrage, sondern eine biologische Notwendigkeit: Einmal tragende Sorten bilden die Früchte nur an zweijährigen Ruten, zweimal tragende Sorten liefern im Herbst an einjährigen und im darauffolgenden Sommer an denselben, nun zweijährigen Ruten.

    Nach dem Schnitt werden Stäbe und Schnur entfernt, die Kante wird noch einmal aus einigen Metern Abstand geprüft. Kleine Abweichungen lassen sich mit der Handschere korrigieren, solange die Schnur noch gespannt ist. Wer die Schnur erst nach dem Aufräumen entfernt, hat die Kontrolle bis zum Schluss. Auf diese Weise bleibt die Heckenkante gerade — nicht durch Geschick, sondern durch eine simple Führung, die jederzeit wiederholbar ist.

    Zuerst werden alle Triebe entfernt, die flach über dem Boden kriechen, sich gegenseitig kreuzen oder in die Mitte des Strauchs wachsen. Danach nimmt man die ältesten Ruten heraus: Sie sind dick, grau, oft rissig und tragen nur kurze Seitentriebe. Diese Ruten werden bodennah abgeschnitten, ohne den Wurzelhals zu verletzen. Von den jüngeren Trieben bleiben die kräftigsten fünf bis acht stehen, gleichmäßig über den Strauch verteilt. Alle übrigen werden ebenfalls entfernt. Ein zu dichter Strauch ist die häufigste Ursache für Mehltau und kleine Früchte.

    Ein letzter Punkt betrifft die Lagerung. Häckselgut, das in einem Haufen verbleibt, erhitzt sich und kann in Brand geraten. Wer größere Mengen sammelt, sollte den Haufen regelmäßig umsetzen oder dünn verteilen. Frisches Material niemals in geschlossenen Säcken aufbewahren. Wer diese Regeln beachtet, verwandelt Astwerk in eine dauerhafte Bodenpflege, die nichts kostet außer etwas Geduld.

    Unabhängig von der Sorte gilt: Kranke, abgestorbene oder zu dünne Ruten kommen immer weg. Pro laufendem Meter sollten nicht mehr als acht bis zehn kräftige Ruten stehen bleiben; der Rest wird bodennah entfernt. Nach dem Schnitt gehört der Bestand ausgelichtet, damit Luft und Licht an die Blätter kommen. Wer im Frühjahr düngt, wartet damit bis nach dem Schnitt, sonst fördert man das Wachstum von Ruten, die ohnehin entfernt werden.

    Die Verwechslung der Sortengruppen ist der teuerste Fehler. Einmal tragende Sorten, die im Herbst bodennah geschnitten werden, tragen im nächsten Jahr gar nicht. Zweimal tragende Sorten, die wie einmal tragende behandelt werden, verlieren die Herbstfrüchte. Deshalb vor dem Schnitt die Sortenbezeichnung prüfen oder die Tragweise im Vorjahr beobachten: Früchte nur im Sommer an zweijährigen Ruten bedeuten einmal tragend, Früchte im Herbst an einjährigen Ruten und im Sommer an denselben Ruten bedeuten zweimal tragend.

    Einmal tragende Sorten, oft als Sommerhimbeeren bezeichnet, brauchen den klassischen Schnitt. Nach der Ernte im Juli werden alle Ruten, die getragen haben, bodennah entfernt. Die jungen, grünen Ruten desselben Jahres bleiben stehen; sie tragen im nächsten Sommer. Typischer Fehler: Die alten Ruten bis zum Frühjahr stehen lassen. Dann behindern sie die jungen Triebe, und der Bestand wird zu dicht. Ein weiterer Fehler ist ein zu später Schnitt im Herbst, wenn die jungen Ruten bereits verholzt sind und beim Schneiden beschädigt werden.

    Zweimal tragende Sorten: Schnittzeitpunkt entscheidet über zwei Ernten Zweimal tragende Sorten, auch Herbsthimbeeren genannt, können im Spätherbst oder im zeitigen Frühjahr geschnitten werden. Der Unterschied liegt im Ertrag: Wer im November alle Ruten bodennah abschneidet, erhält im nächsten Herbst eine kräftige Ernte an neuen Ruten, aber keine Sommerernte. Wer nur die abgetragenen Spitzen zurückschneidet, riskiert eine schwächere Herbst- und eine mäßige Sommerernte. Wer beide Ernten will, lässt die Ruten stehen und schneidet im Frühjahr nur die Spitzen bis auf etwa 1,5 Meter zurück.

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