Home › Forums › PNG Vendor › Wenn die Leistenwaage falsch steht, kippt die Krone

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    petrarichart52
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    Wann das Bluten harmlos bleibt und wann nicht Leichtes Bluten an einzelnen Schnittstellen ist in den meisten Fällen unproblematisch. Es dauert je nach Witterung einige Tage bis wenige Wochen und stoppt von selbst, sobald der Austrieb einsetzt und die Blätter Wasser verdunsten. Gefährlich wird es erst, wenn große Mengen Saft über längere Zeit austreten. Dann kann die Rebe geschwächt werden, weil sie Zucker und Nährstoffe verliert. Besonders kritisch sind sehr späte Schnitte, mehrere große Wunden gleichzeitig und nasskalte Böden, die den Wurzeldruck zusätzlich erhöhen. Ein weiterer Fehler ist das Abdecken oder Abdichten der Wunden: Wachs, Lehm oder Folie halten den Saft nicht auf, sondern begünstigen Fäulnis und Pilzbefall.

    Praktisch geht man deshalb in zwei Stufen vor. Zuerst wird der abgestorbene Ast mit einer scharfen Säge auf einer Länge von etwa einer Handbreit vom Stamm entfernt. Man setzt die Säge mit flachem Winkel an, zieht zunächst zwei oder drei leichte Züge, um eine Kerbe zu setzen, und sägt dann mit langen, gleichmäßigen Zügen. Druck von oben ist überflüssig, ja schädlich: Das Eigengewicht der Säge genügt. Erst danach wird der verbleibende Stummel mit einer scharfen Schere oder einem scharfen Messer nachgeschnitten, bis die Wundfläche glatt und ohne Risse ist. Wer umgekehrt beginnt, also erst mit der Schere quetscht und dann mit der Säge nacharbeitet, zerstört die Schnittstelle doppelt.

    Beginnen Sie mit dem Entfernen von totem Holz, kranken Ästen und solchen, die sich kreuzen oder aneinander reiben. Diese Schnitte sind unproblematisch, da sie keine Fruchttriebe betreffen. Danach lichten Sie die Krone aus, indem Sie ganze Äste an ihrer Basis entfernen. Achten Sie darauf, dass Sie keine kurzen, dünnen Triebe abschneiden, die mit Blütenknospen besetzt sind. Ein häufiger Fehler ist das Einkürzen von einjährigen Trieben – dadurch gehen genau die Knospen verloren, die im nächsten Jahr Früchte tragen. Entfernen Sie stattdessen nur die älteren, starken Äste, die das Innere beschatten.

    Der eigentliche Auslöser ist fast immer ein Schnitt zum falschen Zeitpunkt. Werden Reben sehr spät, also kurz vor oder während des Blutungstermins geschnitten, bleiben die Gefäße offen, und der Wurzeldruck drückt den Saft ungehindert heraus. Ein typischer Fehler ist es, den Winterschnitt bis in den März oder April zu verschieben, weil man auf frostfreie Tage wartet. Besser ist es, den Hauptschnitt im Winter durchzuführen, solange die Rebe wirklich ruht. Kleine Korrekturen und das Ausbrechen überzähliger Triebe lassen sich später erledigen, ohne dass große Wunden entstehen.

    Die Handschere arbeitet auch deshalb sauberer, weil sie sich präzise führen lässt. Bei einer elektrischen Heckenschere oder einem Messer fehlt das Gefühl für den Widerstand des Holzes. Man merkt nicht, wann der Trieb durchtrennt ist und wann man nur quetscht. Mit der Handschere kann man dagegen jeden Schnitt einzeln setzen, die Klinge vor dem Schnitt ansetzen und den Trieb sauber durchtrennen. Das kostet Zeit, aber der Kirschlorbeer dankt es mit dichtem, gleichmäßigem Wuchs und ohne braune Schnittkanten.

    Erst wenn die Waage stabil und eben steht und der Leisten ohne Verkanten aufliegt, darf die Krone endgültig bearbeitet werden. Wer diese Reihenfolge einhält, vermeidet Nacharbeit und erhält eine symmetrische Form. Die Korrektur der Leistenwaage ist also kein einmaliger Handgriff, sondern eine Abfolge von Prüfungen, bei der die Krone am Ende nur noch das Ergebnis der vorherigen Schritte widerspiegelt.

    Der richtige Zeitpunkt für den Hauptschnitt liegt im späten Frühjahr nach dem Austrieb oder direkt nach der Blüte, falls der Strauch blüht. Ein zweiter, leichter Formschnitt ist im August möglich. Späte Schnitte im Herbst sind riskant, weil die Pflanze dann nicht mehr ausreichend verholzt und Frostschäden an den jungen Trieben drohen. Beim Schneiden wird immer auf ein Auge oder einen Seitentrieb gearbeitet. Ein Stummel von mehreren Zentimetern über dem Auge stirbt ab und sieht dauerhaft unschön aus.

    Zuerst wird die Waage auf eine ebene, harte Unterlage gestellt. Eine weiche Matte oder ein Teppich verfälschen das Ergebnis, weil sich die Auflagepunkte unterschiedlich tief eindrücken. Danach prüft man mit einer Wasserwaage oder einem präzisen Geodreieck, ob die Längs- und Querachse der Waage exakt horizontal ausgerichtet sind. Schon eine Abweichung von einem Millimeter über die gesamte Länge führt dazu, dass die Krone später um mehrere Millimeter versetzt sitzt.

    Wenn im zeitigen Frühjahr aus frischen Schnittwunden am Rebholz klare Flüssigkeit tropft, spricht der Winzer vom Bluten der Rebe. Das Phänomen tritt auf, sobald der Boden sich erwärmt und die Wurzeln wieder Wasser aufnehmen, der Austrieb aber noch nicht begonnen hat. Die Pflanze steht dann unter Druck: Wasser und gelöste Mineralstoffe werden nach oben gepumpt, finden aber kein Laub, das sie verbrauchen könnte. Der Saft tritt an den offenen Leitungsbahnen aus. Wer das zum ersten Mal sieht, hält es oft für eine Krankheit – dabei ist es zunächst ein normales physiologisches Signal dafür, dass die Rebe lebt und ihre Wurzeln aktiv sind.

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